Weinland Italien ist wieder im Kommen
italienischer Wein
Italien ist eines der reichsten Länder der Welt, was die Vielfalt der Rebsorten angeht. In seinen Weinbergen wachsen rund 350 bekannte Varianten. Einige sind weltberühmt: Nebbiolo und Sangiovese etwa. Aus ihnen werden die grossen piemontesischen und toskanischen Rotweine hergestellt.
Unzählige Lagen und Kleinklimazonen, die sich von den Alpen im Norden (Trentino - Alto-Adige) bis tief in die heißen Zonen im Süden (Sizilien) erstrecken, bieten Raum und Voraussetzungen für eine kaum überschaubare Vielfalt an Rebsorten und Weinen und höchst unterschiedliche Erträge. Aus nur 4 großen Weinbauregionen, Sizilien, Apulien, Venetien und der Emilia-Romagna, kommt heute über die Hälfte der gesamten Produktion des Landes.
Eine besondere Herausforderung des italienischen Weinbaus ist der Erhalt der ungeheuren Vielzahl interessanter alter Rebsorten. Diese werden in einigen Regionen von internationalen Sorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon oder Merlot verdrängt. Insgesamt stehen jedoch typisch italienische Traubensorten im Anbau an oberster Stelle. Die häufigsten sind Sangiovese (10,75%), Catarratto (7,29%), Trebbiano Toscano (6,98%), Barbera (4,55%), Merlot (4,23%), Negroamaro (4,14%), Montepulciano (2,68%), Trebbiano Romagnolo (2,16%), Catarratto Lucido (2,03%) und Primitivo (2,02%). Auch qualitativ herrschen große Differenzen innerhalb der einzelnen Regionen. Große sozial-ökonomische Unterschiede und die natürlichen Voraussetzungen sind dafür verantwortlich. Von den je nach Jahrgang um 9 Millionen Hektoliter Qualitätswein kommen nahezu 90% aus Nord- und Mittelitalien, während der Anteil der Qualitätsweinerzeugung an der gesamten Erzeugung im Süden kaum 5% ausmacht.
Italienischer Wein besser denn je?
Zweifellos sind das Piemont und die Toskana (hier vor allem das Chianti-Gebiet), vielleicht auch Friaul und partiell Südtirol, führend was die Qualität der Weine betrifft - Brunello di Montalcino, Barolo, Chianti Classico und Barbaresco klingen wie Musik in den Ohren der Freunde feiner Rotweine. Die Lombardei und Venetien schließen weiter auf. Doch der Weingigant hat lange geschlafen: Während Frankreich sich in den vergangenen zweihundert Jahren ein gewaltiges Image der Wein- und Esskultur aufbaute, blieb der Weinbau in Italien stets eine Familienangelegenheit und war weniger wettbewerbsorientiert. Vielerorts ist er es bis heute. Der hohe Pro-Kopf-Verbrauch des Landes sorgte für Sicherheit beim Absatz im eigenen Land. Ein Image als Produzent überregional anerkannter Spezialitäten war für Italiens Weinerzeuger nicht von Bedeutung. Das hat sich nun geändert. Italienischer Wein ist wieder gefragt!
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